...ein satirischer Streifzug durch die Strafjustiz!

 

Der Strafverteidiger

Wie kann es denn Spaß machen, wenn man da im Knast sitzt mit einem jugendlichen Intensivtotschläger, der nicht davon überzeugt ist, irgendetwas Verbotenes getan zu haben, und dem erklären muss, wie seine nächsten fünf oder zehn Jahre ablaufen werden – und der das gar nicht einsieht. Und dann wird der auch noch sauer, weil er das halt nicht gut findet. Und der hat nie gelernt sich artizukulieren. Dabei war er so ein süßes Kind. Aber jetzt nicht mehr. Weil kein anderer da ist, bin ich dann der Sündenbock, der Bote, der die schlechte Nachricht übermittelt. Bis jetzt bin zwar immer unverletzt aus dem Knast herausgekommen, toi toi toi, aber man weiß ja nie. Einige Male war ich wirklich heilfroh, unversehrt herausgekommen zu sein. Seitdem mache ich das auch nicht mehr. Der persönliche Kontakt wird auch überschätzt. Es gibt schließlich nichts, was ich dem nicht auch schriftlich mitteilen könnte.“